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Immer noch DomagkAteliers?
 
     
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Immer noch DomagkAteliers?
Anna Zanco Prestel

Ende Dezember, dritter Dezembersonntag, nach Einbruch der Dunkelheit: Wolfgang L. Dillers „Reale Virtuellwelten“ strömen aus mehreren Leinwänden und Monitoren dem Zuschauer entgegen, der die „halle50“, den imposanten, 160 qm großen, 7,60 m hohen Ausstellungsraum der „DomagkAteliers“ betritt. In dem vielschichtigen, „bedeutungsschwangeren“ Mix aus Malerei und interaktiven Medieninstallationen, die alle um ein und das gleiche Thema kreisen, geht es nach dem „Computerkünstler der ersten Stunde“ – wie Diller sich selbst nennt – um die Auseinandersetzung mit neuen technischen Ausdrucksmitteln in einer Form „digitaler Archäologie“, letztendlich aber auch um die Übersetzung/Umsetzung der gewonnenen Erfahrung in die „alten“ Medien, z.B. in die Malerei… (Mehr dazu unter ). Am Rande der Vorführungen bahnt sich zur gleichen Zeit ein Gespräch zwischen Künstlern und Besuchern in kleinen Diskussionsgruppen an.
Der Anfang ist gemacht: Wie schon 2001 mit großer Publikumsresonanz solla auch 2012 der dritte Sonntagnachmittag im Monat als Plattform für Kunstpräsentationen und Künstlertreffen als „Tag der offenen Tür“ „institutionalisiert“ werden. Ziel dieser Initiative ist, den direkten Kontakt zwischen Künstlern und Bürgern zu intensivieren und dies ganz speziell in Zeiten, in denen der Kurs in der Kunst eher vom Markt bestimmt wird. In den Vordergrund sollen die Charakteristika der Künstlerkolonie rücken, die 2009 in die sanierten Ateliers der Domagkstraße eingezogen ist, deren ursprüngliche Gesamtfläche mit dem Umzug aus dem ehemaligen Bundeswehrgelände von 10.000 auf 3.500 qm geschrumpft ist. Dazu gehört allen voran die Mannigfaltigkeit der vertretenen Branchen - Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Performance, Musik u.s.w.- die eine Art „Alleinstellungsmerkmal“ der DomagkAteliers verkörpern. Eine kreative Vielfalt, die den interdisziplinären Bestrebungen Vorschub leisten und sich in der Entwicklung neuer Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Kunstakademie oder Filmhochschule sowie Einrichtungen und Vereinen niederschlagen soll. Neben dem internen Diskurs unter Kunstschaffenden vor Ort soll ein stärkerer Austausch mit Künstlern aus anderen Ateliergemeinschaften, wie z.B. jener derWiedefabrik Johanneskirchen. Anvisiert werden auch weitere Möglichkeiten der Vernetzung u.a. mit Galerien und Medien, die auch zur kulturellen Belebung des in Entstehung begriffenen neuen Stadtviertels im Münchner Norden dienen sollen. Förderlich in diesem Sinne wird der Beitrag der starken internationalen Komponente in den Domagkateliers – unter den 131 Künstschaffenden sind 21 Nationen vertreten –, die sich dank ihrer interkultureller Kompetenz immer mehr als Brückenkopf in die zunehmend globalisierte Welt projizieren. Wie schon in den vergangenen 2 jahren seit der Wiedereröffnung des renovierten Haus 50 ist nämlich auch eine Internationalisierung des Ausstellungsprogramms in der „halle50“ mit Beiträgen von Künstlern aus allen Ländern, woraus sich Austauschmöglichkeiten für Hiesige ergeben sollen. Bei all den schönen Vorsätzen bleibt es nur zu hoffen, dass die Domagkateliers auch künftig ihre derzeitige Beschaffenheit und Funktion beibehalten, und dies selbst wenn die auf 5 Jahre befristeten Mietverträge auslaufen. Ein Faktor Unsicherheit für viele, die in die keineswegs günstigen Ateliers kräftig investiert haben und Planungssicherheit bräuchten.

www.domagkateliers.de –
U6 Alte Heide – Bus 50 – Tram 23
Domagkateliers halle 50
Ausstellungsprogramm Künstlersonntage

 

 

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